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Auf den Spuren der Malergräfin

Raumansicht Octavie (Foto: Stadt Wadern)

Die als "Malergräfin" verehrte Octavie de Lasalle von Louisenthal (1811-1890) stellt mit ihrem vielfältigen Wirken in der Region und darüber hinaus eine Ausnahmeerscheinung ihrer Zeit dar.

Als junge Adlige genoss sie eine vorzügliche Bildung, die ihren künstlerisch-musischen Interessen entgegenkam. Sie wuchs auf in einer weltoffenen und künstlerisch interessierten Familie, die häufig Verwandte in Metz, Saarlouis, Mettlach und Zweibrücken besuchte und sogar Kontakte bis hin zum bayerischen Königshof unterhielt. Als Patentochter der bayerischen Prinzessin und späteren preußischen Königin Elisabeth war Octavie selbst mehrfach zu Gast bei Hofe.

Trotz dieser Kontakte blieb der Hochwald und insbesondere Schloss Dagstuhl Zentrum ihres Wirkens, was auch die enge Beziehung zu ihrer Familie widerspiegelt. In ihren feinfühligen Gemälden und Skizzen bildete sie immer wieder Menschen ihres näheren Umfelds und Familienangehörige ab.
Ab 1839/40 beschäftigte sich Octavie nach persönlichen Verlusten zunehmend mit religiösen Motiven. Sie begann mit der Ausmalung der Dagstuhler Schlosskapelle und schuf in den Folgejahren zahlreiche Gemälde mit biblischen Motiven und Heiligendarstellungen sowie mehrere Kreuzwegzyklen.

Octavie lebte ihre Religiosität allerdings nicht nur in der Kunst und dem stillen Gebet aus, sondern ebenso in der tätigen Nächstenliebe.  Durch ihr karitatives Engagement lernte Octavie auch Mutter Rosa Flesch kennen, die Ordensgründerin der Franziskanerinnen von Waldbreitbach, mit der sie eine enge Freundschaft verband.