Aktuelle Sonderausstellung präsentiert „Bodenschätze“ aus Oberlöstern
Archäologische Funde aus Oberlöstern belegen, wie die Menschen hier in den ersten Jahrhunderten unserer Zeitrechnung lebten.
Spektakuläre Zufallsfunde führten seit den 1990er Jahren bis 2019 zu intensiven archäologischen Forschungen bei Oberlöstern und zu einem erstaunlichen Ergebnis: Es gelang den Fachleuten, sowohl vorchristliche Siedlungs-, Kult- und Wirtschaftstätigkeit nachzuweisen, als auch eine beeindruckende römerzeitliche Siedlungskammer. Hier demonstrierten in den ersten Jahrhunderten unserer Zeitrechnung wohlhabende Einheimische ihre gesellschaftliche Stellung und ihren Wohlstand durch die Anlegung monumentaler Steinbauten.
Villa rustica
So gab es einen Gutshof („villa rustica“) mit mehreren Nebengebäuden, eine Tempelanlage sowie ein Gräberfeld mit zwei imposanten Monumentalgrabhügeln und einem rund 7,5 m hohen Pfeilergrabmal, auf dem das dort bestattete Paar lebensgroß abgebildet war. Ein Grund für diesen Wohlstand war neben der landwirtschaftlichen Tätigkeit auf dem Gutshof sicherlich auch die Nutzung eines antiken Steinbruchs im „Schlittchen“, wo bereits in keltischer Zeit der lokale Sandstein abgebaut wurde.
Diese unterschiedlichen Fundkomplexe auf engstem Raum ermöglichen es, ein genaues Bild vom Leben der Menschen in dieser Mikroregion zu zeichnen. Besonders spannend ist dabei auch die allmähliche Vermischung einheimischer und römischer Elemente, wie sie typisch für die sogenannte „gallo-römische“ Kultur ist.
Die Sonderausstellung präsentiert archäologische Funde aus Oberlöstern, die vom Landesdenkmalamt des Saarlandes zur Verfügung gestellt wurden. Zudem gibt sie einen Überblick über den aktuellen Forschungsstand und das darauf basierende Projekt zur Inwertsetzung dieses besonderen Kulturortes, das die Geschichte auch vor Ort wieder zum Leben erweckt.